Das bisserl Kräsch (Krisengedanken) – 14

Schattenspiele

Autor: Fluchtachterl

Gleich einem unheimlichen Schatten scheint sie einen zu folgen, die Krise, doch Schatten nimmt man nur in einigen, kurzen Augenblicken wahr, wenn der Lichtfall sie gerade in unser Blickfeld wirft. In diesen Augenblicken schaudert uns, doch wenden wir den Blick ab, lassen ihn in eine andere Richtung schweifen, womöglich zu einem Potemkinschen Dorf, das man zur Beruhigung aufgebaut hat.

Die Krise hat – noch – keine wirkliche Gestalt, ist nicht greifbar, dennoch wirft sie ihre Schatten, wenn jemand im Bekanntenkreis von der Kurzarbeit in die Arbeitslosigkeit abrutscht oder ein Kunde bankrott geht mangels Aufträge. Wir wenden unseren Blick ab und betrachten lieber die Kulissen liebreizender Dörfer in Eile aufgestellt von jenen, die die Schatten durch einen unachtsam ausgestoßenen Geisterruf herbeigeholt haben.

Einer schlechten Nachricht folgen zwei Frohbotschaften. Kracht ein Geldinstitut, weist das nächste überraschend hohe Gewinne aus und ein Unternehmen hat plötzlich höhere Umsatzzuwächse als erwartet. Wir wissen nicht wo wir hinschauen sollen. Glauben oder nicht glauben?

Am besten gar nichts mehr darüber lesen oder anhören. Die Schatten werden nicht verschwinden, gleichgültig, was wir tun. Ob sie Gestalt annehmen werden oder einfach nur Schatten bleiben, wir werden es hinnehmen müssen. Wir wissen ja nicht welcher Spruch sie zu vertreiben imstande ist.

Wir werden uns an sie gewöhnen an die Schatten, an die unheimlichen Gestalten, in die sich verwandeln könnten, auch an ein großes, übermächtiges Schreckenswesen zu dem sich die Gestalten zusammenfügen könnten. Nur eines sei gesagt: hätten die Zauberlehrlinge doch bloß ihren Mund gehalten…

Die Völker sind brav!

Heute war das irische Volk brav, hat getan, was von ihm erwartet, nachdem es schlimm war, das irische Volk, war es heute brav und ihm wird übers Haupt gestreichelt. Zuvor waren Geschenke verteilt worden, damit das irische Volk diesmal brav ist.

Das österreichische Volk ist oft schlimm, deshalb hat man ihm keine Möglichkeit zum Abnicken und Bravsein gegeben. Es hat brav zu sein dafür sorgen jene, die das Machwerk hier abgesegnet haben, ohne dessen Inhalt zu kennen. Die Iren waren heute sehr brav und haben das Machwerk angenommen. So ein braves Volk hätte jeder Schalthebel gerne.

Deutschland hat ein besonders braves Volk, das traut sich nie aufzuheulen und bezahlt das Gebilde, selbst wenn es sich den Flins vom Mund absparen muß.

Nun tanzen die Palasteunuchen auf den Tischen, vor Freude über so brave Völker. Aber halt! Dort sitzt so ein widerspenstiger König in Prag und mag die Feder zur Unterschrift nicht zücken. Also wirklich, so ein schlimmer König, na dem werden die Wadln schon viaregrichtet werden, schlimmstenfalls wird ein Prager Fenstersturz vonstatten gehen. Diese Böhmen, also wirklich!

Polen hat auch ein Volk, das manchmal ein bisserl zum Schlimmsein neigt. Na zücken wir halt die Rute, es gibt eine auf die Finger und a Ruah is! Den Briten drohen wir halt mit Folter, sollten die noch aufmucken und schlimm sein wollen.

Ab ins Eck, wer nicht zustimmt, dort steht der Schlimme für einige Zeit. Das Gebilde ist gut, alles andere ist schlecht. In Ewigkeit, amen! Habt ihr das nicht verstanden?

Ja, wer keine Visionen hat, der sollte endlich Drogen nehmen, damit er die richtigen Visionen bekommt. Die falschen Visionen, na die werden schon ausgetrieben, keine Sorge.

Wer kommt denn da? Ah, die Palasteunuchen, die uns die Ohren vollkreischen, sie trommeln und verkünden uns die Vorschläge für Beschlüsse. Wir lauschen und unsere Schalthebel unterfertigen, selbst wenn es sich um ihr eigenes Todesurteil handelte. So brave Schalthebel so braver Völker. Hat da jemand mit dem bösen Amerika gespielt, oder gar mit dem jüdischen Staat? Ab in die strenge Kammer! Mit solchen Völkern spielt man nicht. Das Gebilde sollte ja ein Antiamerika werden, also bitte, brav bleiben, gell! Wir wissen nämlich, was gut und richtig ist.

Die runden, schlanken, spitzen Türme, dort dürft ihr spielen und immer schön tun, was die sagen. So ist’s richtig. Dafür gibt es einen Himbeerlutschga. Brav! Geld her, damit die bärtigen Krummsäbel Raketen schießen können! Ja, so ist’s recht!

Meiner Seel, man könnte nachgerade ins Verzücken geraten bei so braven Völkern, die für ein Schokoeis alles tun, was man ihnen sagt. Das Kommando zum Selbstmord kommt noch irgendwann, ein bisserl Zeit ist ja noch. Bis dahin heißt’s: immer schön brav sein! Sonst kommen die Palasteunuchen mit ihren Wahrheitsinstrumenten, unter denen sich auch ein Schädelbohrer befindet. Die Tanten und Onkeln werden auch ganz böse. Also besser brav bleiben.

Die Iren dürfen heute ein bisserl länger aufbleiben und sich einen harmlos genormten Gruselfilm anschauen. Es zahlt sich aus, brav zu sein!

Und jeder sagt unser aller Abendgebet. Das Gebilde ist gut! Das Gebilde ist richtig! Das Gebilde ist Schutz! Das Gebilde ist die einzige Wahrheit! In Ewigkeit, amen!

Das bisserl Kräsch (Krisengedanken) – 13

Von: Fluchtachterl

Die Zukunft wird wahrscheinlich schiach!

Hantelt man sich durch die verschiedensten Medien, wird man im Kopf ganz wirr. Einerseits liest man von einer sich erholenden Wirtschaftslage, Blumerlmuster hoffnungsfroh, blättert der geneigte oder nicht so geneigte Leser die Seite um, rieseln ganz andere Szenarien aus dem Letternhimmel.

OECD: Bald zehn Prozent Arbeitslose

Österreich und nicht nur Österreich, sondern der der gesamte Erdball, verzeichnet die höchsten Arbeitslosenraten seit na ja, die Jahrzehnte kann man sich aussuchen. In Anbetracht der Tatsache, daß Arbeitslose eher nicht zu frenetischem Konsum neigen können, stellt sich der unbedarfte Schurliwurli nun die Frage wie das mit dem Aufschwung nun gehen soll ohne Endkonsumenten. Zumal die unvorstellbaren Staatsschulden höchstwahrscheinlich mit Mehrwertssteuersätzen von dreißig Prozent und anderen Steuern versucht werden abzumildern. Was Steuern betrifft sind der Phantasie ja keine Grenzen gesetzt. In Österreich gibt es sogar eine Luftsteuer (Steuer, die zu entrichten ist, wenn öffentlicher Luftraum in Anspruch genommen wird wie bei Reklametafeln auf Dächern). Nur, selbst wenn das Atmen besteuert werden sollte, sind diese Schulden niemals zu bewältigen, es sei denn durch Geldentwertung und Währungsreform. Wenn eine Lehre aus der ganzen Misere gezogen werden kann, dann die, daß man sich als kleiner Schurli auf niemanden verlassen darf, auf keine Regierung, keine Parteien, kein Parlament, auf keine Unternehmen, keine Banken, keine Versicherungsgesellschaften, auf keine Währung, nur auf sich selbst und möglicherweise fünf Deka Hausverstand. Der Philharmoniker als Sparbuch.

Es gibt keine vertrauenswürdige Währung“, steht in der Tageszeitung “Die Presse”

Finanzkrise, Lügen und andere Videos, ECO vom 13.8.2009

Überraschend, daß der staatliche Rundfunk ORF solch einen Beitrag zeigte. Es läßt sich daraus schließen, daß der Jubel ob einer Erholung bloß Nebel ist…



Das bisserl Kräsch (Krisengedanken) – 12

Autor: Fluchtachterl
Firmen kürzen Kurzarbeit: Auftragslage bessert sich

Die Botschaft hör ich wohl….

doch allein mir fehlt der Glaube.

Die Meldungen, nach welchen sich die Lage nun bessere, überschlagen sich nachgerade. Seltsamerweise klingt dies nach Vortäuschen, Gängeln, Augenauswischerei. Hört man sich um im persönlichen Umfeld, sieht es anders aus. Jemand erzählt, er wisse nicht, ob er am Montag noch seine Arbeitsstelle habe oder nicht.

Wem nun glauben? Den Meldungen oder den Zweiflern und Skeptikern. Für letztere spricht, daß die enormen Staatsverschuldungen niemals mehr zurückgezahlt werden können, ebenso die Tatsache, daß Firmen immer noch keine Kredite gewährt werden für Investitionen. Erstere berufen sich auf Vermutungen, Optimismus. Was stimmt nun?

Die Hoffnung auf Besserung, auf ein rasches Ende der Krise, aber dafür ist mir diese zu kräftig, zu gewaltig. Warum schrieb man noch bis vor kurzem, daß es sich um die tiefste Krise seit den Dreißigern handle? Und jetzt solle alles in Bälde vorbei sein. Nun ein Schelm, wer da Böses denkt.

Möglicherweise wird tatsächlich alles rosa. Wer weiß.. Doch mir fehlt der Glaube daran, ebenso wie der Glaube an die Meldungen.

Ollas Leiwaund!

Das bisserl Kräsch (Krisengedanken) – 11

Von: Fluchtachterl

Jö, gemma olle bankrott…?

Allmählich sickern selbst in den etablierten, stromlinienförmigen Gazetten und Postillen nicht gerade zuversichtlich stimmende Meldungen durch.

Ferienzeit, über Wien hat sich die Hitze gelegt. Die Freibäder sind voll, auf der Donauinsel grillen Sonnenanbeter. Urlaub in fernen Gefilden haben viele aus dem persönlichen Budgetplan gestrichen. Zeit haben viele auch in größerem Maße zur Verfügung, da Kurzarbeit vielerorts angeordnet wurde.

Preise spielen verrückt, manches wird wesentlich günstiger abgestoßen – mangels konsumfreudiger Kunden – (deflationäre Tendenzen), manches wird still und heimlich teurer, vor allem einige Waren täglichen Gebrauchs . Nicht nur um ein bisserl wie zu früheren Zeiten, sondern resch und deftig (inflationäre Tendenzen).

Der kleine Österreicher kratzt sich den Kopf, weiß nicht so recht was er tun soll, wie er all dies Ungewohnte, Bedrohliche, nachgerade Beängstigende einordnen soll. Wie es nun einmal in seinem Naturell liegt, verdrängt er das am Horizont deutlich erkennbare Menetekel und hofft, daß es nicht so schlimm werde.

„Was würden Sie tun, stünde der Weltuntergang bevor?“

„Nach Österreich auswandern!“

„Warum?“

„Dort passiert alles Jahre später oder gleich gar nicht!“

Wenn dem doch nur so wäre! Es scheint, als hätte der kleine Österreicher diesmal Pech mit der sonst recht erfolgreichen Taktik des Auf-die-lange-Bank-schiebens, des charmanten Ignorierens bis sich das Ungemache von selbst löst.

Kalifornien sei schon zahlungsunfähig, liest man, hört man. Vermutlich lauert das Monster des Bankrotts auch hierzulande. No, gemma halt a bisserl bankrott!

Ah wuascht!


Das bisserl Kräsch (Krisengedanken) – 10

Folterbank

von:  Fluchtachterl

Es ist als befände man sich auf einer Art Folterbank, angeschnallt, wehrlos. Nicht daß der Folterknecht endlich anfangen würde und sich der Schmerz durch den gesamten Körper bohrt, die eigenen Schreie durch das Gewölbe des Kellers schallen, wahrgenommen werden, so als wäre es jemand anderer, der vor Pein sich die Eingeweide aus dem Leib brüllt.

Einzig die Angst und die Ungewißheit welch eine Art der Folter einen erwartet, und vor allem wann sie einsetzen könnte. Hinausgezögert, doch nicht abgewendet. Jeder einzelne von uns, selbst wenn viele sich des Angeschnalltseins auf der Folterbank nicht bewußt sind, nicht sein wollen. Auch weil Stimmen flüstern „es wird euch nichts geschehen”, oder „fürchtet euch nicht”, dabei sind es genau diese Phrasen, die uns das Fürchten lehren sollten.

Wie wird man uns quälen? Mit Währungsreform, so daß wir unser Geldvermögen verlieren? Mit dem Verlust unserer Lebensgrundlagen? Mit einer Entwertung der Zahlungseinheiten im Geschwindigkeitsrausch, wie man sie in der Vergangenheit bereits gekannt hatte, so daß wir außerstande sein werden unser tägliches Leben zu bestreiten? Nun, wenn dem so sein soll, warum zögert man es so lange hinaus? Die zitternde Erwartung des Bevorstehenden ist wesentlich unerträglicher als der Augenblick des Eintretens.

Das Ausbleiben schlechter Nachrichten ist in diesen Zeiten eher ein schlimmes Omen denn die Aussicht auf Besserung.

Gegen eine von Menschenhand geschaffene Krise ließe sich durch eben diese menschlichen Hände, mittels schmerzhafter Einschnitte zwar, das Übel beheben, selbst wenn man den gesamten Mechanismus auseinandernehmen müßte. Nur wird verkündet, das Übel sei gleich einer Naturkatastrophe hereingebrochen. Eine Ausrede, die fauler nicht sein kann. Es war menschliches Versagen, nicht mehr und nicht weniger. Schlimmeres Versagen noch, die Anhäufung von unendlich hohen Schulden, die niemand mehr abzahlen kann. So als ob man mit Holzpfosten einem Erdbeben entgegenwirken wollte.

Westliche Gesellschaften, die sich als frei bezeichnen, die die Gleichstellung der Bürger kennen, diese in ihren Verfassungen verankert haben, bedingen das Recht die wahren Ausmaße, die Folgen zu kennen, damit die Gesellschaft einer Nation den bitteren Tatsachen offen ins Auge sehen kann, um je nach Umständen eine verträglichere, funktionstüchtigere, weniger für Fehler anfällige Gangart des Wirtschaftslebens aufzubauen. Auch wäre das Eingeständnis der eigenen Machtlosigkeit seitens der Regierenden ein erster Schritt. Alles andere ist einer Demokratie nicht würdig.

In finstren Despotien mag die Lüge, das Betrügen, das Vertuschen, das Geheimhalten, das Verdrehen von Tatsachen gang und gäbe sein, aber in Nationen, die ihre Verfassungen der Freiheit, der Gleichheit unterworfen haben, ist dies ein Akt der Verletzung der in ihnen verankerten Prinzipien.

Somit bleibt unsereins nur unendliche Ohnmacht, angeschnallt auf einer Folterbank liegend.

Das bisserl Kräsch (Krisengedanken) – 9

Fluchtachterl

Keine Lust auf einen Abgesang.

General Motors ist Geschichte. Es war absehbar. Automobile sind nicht des Schreibers dieser Zeilen Steckenpferd, somit bleibt der Abgesang aus. Wiewohl anzumerken wäre, daß ein Ende mit Schrecken allemal besser zu verkraften ist, als endloses Sichhinziehen und kräftezehrende Ungewißheit.

Mittlerweile lähmt diese künstlich verlängerte Ungewißheit das gesamte Wirtschaftsleben. Hoppertatscherte Rettungsversuche von Regierungen verzögern bloß den Würgegriff, der allmählich das Leben derer, die nicht bei staatlichen Institutionen oder von diesen unterstützten Betrieben, Organisationen tätig sind, zu ersticken beginnt. Unverdient!

Im Grunde ist der allgemein als Krise benannte Zustand, sowie dessen In-die-Länge-ziehen, eine bodenlose Zumutung für all jene, die sich in der Privatwirtschaft verdingen müssen.

Also schickt’s die Welt doch endlich in den Konkurs! Dann hammas wenigstens hinter uns!

Pleitegeier

Pleitegeier

Das bisserl Kräsch (Krisengedanken) – 8

Von: Fluchtachterl

ORF: Positive Signale von G-7

Des woa’s?

Also wirklich. Des soll a Krise sein? Kaum wird Mensch von allen erdenklichen Seiten narrisch gemacht, berichtet man von einer Erholung, vom Einpendeln in die üblichen Bahnen. Es werde wieder sein wie gehabt mit einigen Verschiebungen. Schade um die spannenden apokalyptischen Entwürfe, die durch sämtliche Medien geistern. Die selbsternannten Reiter bevorstehenden Schreckens und unsäglichen Leids werden sie gar verstummen, in irgendeiner Versenkung verschwinden? Schade! So ein bisserl fürchten macht doch auch Spaß.

Auch die Schweinegrippe hielt nicht, was sie ursprünglich versprochen hatte. Die Beulenpest ist so gut wie ausgerottet und vor allem mit Antibiotika heilbar. Cholera, Ruhr, Pocken? Haben auch nur mehr selten Auftritte auf der Weltbühne.

Sollten die Berichte tatsächlich stimmen, daß sich die Lage wieder in einigermaßen geordnete Bahnen lenken könnte, bleiben uns in Zukunft nur die üblichen kleinen Katastrophen unseres Alltags. Guter alter Liebeskummer, Ehekrisen, überzogene Konten, unliebsame Arbeitskollegen, cholerische Vorgesetzte, ausständige Rechnungen, Einkommenssteuer, Krankenkassenbeiträge. A bisserl fad.

Wenn tatsächlich das Ende der Krise anbricht, wie eben verkündet, werden manche sie, denke ich, nachgerade vermissen. Im Grunde ist es doch angenehm, daß man die Zukunft nicht vorherzusagen imstande ist.

schweinderl

Das bisserl Kräsch (Krisengedanken) -7

von Fluchtachterl

Ein großes Gipferl..

1.4. Aprilscherzerl?

Jetzt sitzn’s und reden, dort in London. Vermutlich wird uns den drögen Völkern eine Scheinlösung vorgesetzt, an der wir ohnehin nichts ändern können. Und der Mann von jenseits des Atlantik kann doch nicht über Wasser gehen, wie manche hier glaubten. Na so was auch! Er nahm ein Flugzeug.

Ein gallischer Giftzwerg kreischt, stampft auf und schlatzt. Sehr höflich, wirklich, und das in England.

Na hoffentlich mundet das Galadiner. Österreich war nicht eingeladen, vermutlich weil wir wieder über das Essen gemotschgert hätten, das tun wir immer, selbst bei uns zu Hause. Egal. Hat einen Vorteil, wir bleiben Zuschauer.

Eine wild gewordene Menge rief zum Sturm auf die Banken, was die Stadt London tatsächlich zu spüren bekam. Eingeschlagene Fenster von Bankfilialen, als ob das etwas nützte. Ein bisserl kreischen und die Welt wird besser. Ein Toter war zu beklagen.

Die Großen treffen einander unbehelligt davon, die Londoner Polizei ist dicht aufgestellt.

Es ist derzeit ganz angenehm in Österreich zu sitzen und ihnen da draußen zuzusehen, wie sie immer verrückter zu werden scheinen. Zuschauen und den Kopf schütteln! Bei Kaiserwetter.

2./3. April

Es ist schon eigenartig, daß bei all den vollmundigen Reden nach dem Gipferl einem so gar nicht nach Aufbruchsstimmung zumute ist. Noch mehr unvorstellbare Summen an Geld sollen gepumpt werden, diesmal in Institutionen, ein Regelwerk zur Überwachung der Finanzmärkte wurde verkündet, von dem keiner weiß wie es genau aussehen soll. Wer soll das bezahlen? Das viele Geld gibt es doch in Wahrheit gar nicht. Ein Beamter der Österreichischen Nationalbank hat vorgerechnet, daß die Notenpressen zweieinhalb Jahre ununterbrochen drucken müßten, möchte man die Billion in Hunderterscheinen Dollar wahrhaftig entstehen lassen. Papier.

Ein wenig klamm ist einem, trotz pompösem Auftritt der Großen, die sich selbst feierten und Zuversicht zu vermitteln versuchten. Der kleine Österreicher schaut zu… Die Großen haben keine Antworten mehr!


osterr-flag-bew

« Ältere Einträge